Spot-Ausschreibung: Kurzfristige Einzelanfrage für genau einen Transport, bei der die Spediteure zum Tagespreis des Marktes bieten.
Die Spot-Ausschreibung ist das Werkzeug für alles, was sich nicht planen lässt. Ein Transport steht kurzfristig an, und der Versender will wissen, was er heute am Markt kostet. Statt einen Spediteur anzurufen und dessen Preis zu akzeptieren, fragt er mehrere Anbieter gleichzeitig an und vergleicht. Der Begriff kommt vom englischen „spot market“, dem Markt für sofortige Geschäfte zum Tagespreis.
Wann setzen Versender eine Spot-Ausschreibung ein?
- Einmalige Transporte, etwa eine Maschinenlieferung, ein Projektgeschäft oder Material für eine Messe.
- Neue Relationen, für die noch kein vereinbarter Preis besteht.
- Zusätzliches Volumen, wenn mehr anfällt, als die Vertragspartner aus dem Tender abdecken.
- Ausfälle, wenn ein fest eingeplanter Spediteur kurzfristig nicht fahren kann.
So läuft eine Spot-Ausschreibung ab
- Transport beschreiben: Start, Ziel, Ladetermin, Ladung und Anforderungen.
- Frist setzen: bei dringenden Transporten oft nur wenige Stunden.
- Spediteure einladen, die für diese Relation infrage kommen.
- Gebote vergleichen, sobald die Frist abgelaufen ist.
- Vergeben und den Spediteur beauftragen.
Vorteile und Grenzen
| Vorteile | Grenzen |
|---|---|
| aktueller Marktpreis für genau diesen Auftrag | Preise schwanken mit dem Markt |
| keine langfristige Bindung | bei knapper Kapazität können die Preise steigen |
| schnell neue Anbieter testen | Aufwand bei jedem einzelnen Transport, wenn er von Hand läuft |
Beispiel aus der Praxis: Ersatz für einen Ausfall
Beispiel mit erfundenen Zahlen: Ein Spediteur sagt am Vormittag eine Komplettladung von Hamburg nach München ab. Der Versender schreibt den Transport um 10 Uhr aus, Frist 14 Uhr, und lädt fünf Spediteure ein.
| Gebot | Preis | Termintreue |
|---|---|---|
| Gebot 1 | 1.284 € | 95 % |
| Gebot 2 | 1.245 € | 93 % |
| Gebot 3 | 1.198 € | 91 % |
| Gebot 4 | 1.310 € | 96 % |
| Gebot 5 | 1.262 € | 99 % |
Gebot 3 hat den Bestpreis, Gebot 5 die beste Termintreue. Weil die Ware am nächsten Morgen in der Produktion gebraucht wird, entscheidet sich der Versender für Gebot 5: 64 € mehr, dafür die höchste Sicherheit, dass der Transport pünktlich ankommt.
Spot-Ausschreibung und Tender
Ein Tender legt Preise für einen längeren Zeitraum und viele Relationen fest. Die Spot-Ausschreibung ergänzt ihn für alles, was nicht planbar ist. Beide zusammen ergeben einen vollständigen Frachteinkauf: feste Preise, wo Volumen planbar ist, und Marktpreise, wo es kurzfristig wird. Mehr zum Vergleich beider Formen lesen Sie unter Frachtausschreibung.
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Häufige Fragen
Wie schnell bekomme ich bei einer Spot-Ausschreibung Angebote?
Das bestimmen Sie selbst über die Frist. Bei dringenden Transporten kann sie wenige Stunden betragen. Je kürzer die Frist, desto wichtiger ist es, dass die eingeladenen Spediteure die Anfrage sofort und vollständig erhalten.
Muss ich bei einer Spot-Ausschreibung immer den Bestpreis nehmen?
Nein. Der Bestpreis ist ein wichtiges Kriterium, aber nicht das einzige. Gerade bei kurzfristigen Transporten kann ein etwas teurerer Spediteur, der zuverlässig fährt, die bessere Wahl sein.
Wann gehört ein Transport eher in einen Tender als in eine Spot-Ausschreibung?
Wenn er regelmäßig und planbar anfällt. Wird eine Relation immer wieder Spot ausgeschrieben, lohnt es sich meist, sie in den nächsten Tender aufzunehmen und einen festen Preis zu vereinbaren.