Plausibilitätsprüfung beim Frachteinkauf: Automatischer Abgleich eingegebener Preise mit Regeln und Vergleichswerten, der Tippfehler, Lücken und Ausreißer schon vor der Auswertung aufdeckt.
In einem großen Tender kommen schnell tausende Einzelpreise zusammen. Dass sich darin Fehler verstecken, ist fast unvermeidlich: eine Null zu viel, eine vertauschte Spalte, eine vergessene Zelle. Die Plausibilitätsprüfung sucht solche Fehler systematisch, bevor sie den Vergleich verzerren oder, schlimmer, in einen Vertrag wandern.
Welche Fehler findet die Prüfung?
| Fehler | Beispiel | wie er auffällt |
|---|---|---|
| Tippfehler | 8.900 € statt 890 € | Preis weicht stark von anderen Bietern ab |
| Lücke | Zelle leer | Pflichtfeld nicht ausgefüllt |
| Falsche Einheit | Preis je 100 kg statt je Sendung | Größenordnung passt nicht zur Relation |
| Unlogische Staffel | Größere Staffel günstiger als kleinere | Regel für Staffelpreise verletzt |
| Vertauschte Werte | Preise zweier Relationen verwechselt | Weite Strecke billiger als kurze |
Übliche Prüfregeln
- Vollständigkeit: Ist jede Pflichtposition ausgefüllt?
- Wertebereich: Liegt der Preis in einem sinnvollen Rahmen, etwa nicht unter null und nicht über einem Vielfachen des Durchschnitts?
- Vergleich mit anderen Bietern: Weicht ein Preis stark vom Mittel aller Gebote für dieselbe Position ab?
- Innere Logik: Steigt der Preis je Sendung mit der Staffel, und sinkt der Preis je Einheit?
- Vergleich mit Vorjahr: Hat sich ein Preis gegenüber dem bisherigen Vertrag ungewöhnlich stark verändert?
Beispiel mit erfundenen Zahlen: Gebote von vier Spediteuren für dieselbe Relation und Staffel.
| Spediteur | Preis | Abweichung vom Median aller Gebote (782,50 €) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| A | 790 € | +1 % | Plausibel |
| B | 760 € | −3 % | Plausibel |
| C | 775 € | −1 % | Plausibel |
| D | 7.750 € | Rund das Zehnfache | Unplausibel, Rückfrage |
Spediteur D hat sich vertippt. Ohne Prüfung würde er bei dieser Relation einfach als „zu teuer“ aussortiert, obwohl er mit 775 € konkurrenzfähig wäre.
Warum die Prüfung bei beiden Seiten ansetzen sollte
Wird erst nach Ablauf der Frist geprüft, beginnt eine Schleife aus Rückfragen, Korrekturen und erneutem Abgleich. Das verlängert jeden Tender. Wirksamer ist es, wenn schon der Spediteur bei der Eingabe sieht, dass ein Wert auffällig ist. Er korrigiert sofort, und beim Versender kommen saubere Daten an.
Plausibilitätsprüfung mit eFrexx
eFrexx prüft jede Eingabe automatisch sofort auf Plausibilität, bei Ihnen und bei den Bietern. Auffällige Werte werden schon beim Ausfüllen markiert. So vergleichen Sie am Ende Angebote, auf die Sie sich verlassen können, und sparen die Runde der Rückfragen nach der Frist.
Häufige Fragen
Ist ein unplausibler Preis immer ein Fehler?
Nicht immer. Manchmal hat ein auffälliger Preis einen echten Grund, etwa eine schwer erreichbare Region. Die Prüfung markiert ihn deshalb zur Klärung. Ob er korrigiert wird, entscheiden Bieter und Versender.
Warum sollte auch der Bieter die Prüfung sehen?
Weil sich Fehler am schnellsten dort beheben lassen, wo sie entstehen. Sieht der Spediteur den Hinweis schon bei der Eingabe, korrigiert er ihn sofort. Sonst folgen nach der Frist Rückfragen und Verzögerungen.
Ersetzt die Plausibilitätsprüfung den Blick eines Menschen?
Nein, sie entlastet ihn. Sie findet die offensichtlichen Fehler in tausenden Preisen. Die Bewertung, ob ein Angebot insgesamt passt, bleibt eine Entscheidung des Versenders.