Maut: Gebühr für die Nutzung von Straßen durch Lkw, die nach Strecke, Fahrzeug und Emissionen berechnet und meist an den Versender weiterberechnet wird.
Wer mit dem Lkw Autobahnen und viele Bundesstraßen nutzt, zahlt dafür eine Gebühr: die Maut. Für Spediteure ist sie ein fester Kostenblock jeder Fahrt, für Versender ein Bestandteil des Frachtpreises, der in Angeboten mal versteckt und mal offen auftaucht. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb wissen, wie die Maut entsteht.
Wovon hängt die Höhe der Maut ab?
- Strecke: Bezahlt wird je gefahrenem Kilometer auf mautpflichtigen Straßen.
- Gewicht und Achszahl des Fahrzeugs.
- Emissionsklasse: Fahrzeuge mit geringerem Schadstoff- und CO₂-Ausstoß zahlen weniger.
- Land: Jedes Land hat sein eigenes System und eigene Sätze.
Weil die Sätze per Gesetz festgelegt und regelmäßig angepasst werden, nennen wir hier bewusst keine Beträge. Die aktuellen Werte veröffentlichen die jeweiligen Betreiber.
Maut in Deutschland, Österreich und der Schweiz
| Land | System | Grundzüge |
|---|---|---|
| Deutschland | Streckenbezogene Lkw-Maut | Gilt auf Autobahnen und Bundesstraßen für Lkw über 3,5 t, mit CO₂-abhängiger Komponente |
| Österreich | Streckenbezogene Maut (GO-Maut) | Gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen für Fahrzeuge über 3,5 t |
| Schweiz | Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) | Gilt für Fahrzeuge über 3,5 t auf dem gesamten Straßennetz, nach Kilometern, Gewicht und Emissionen |
Wie die Maut in den Frachtpreis kommt
Spediteure geben die Maut auf zwei Arten weiter: im Gesamtpreis eingerechnet oder als eigene Position. Beides ist üblich. Problematisch wird es nur, wenn in einer Ausschreibung beide Varianten gemischt ankommen.
Beispiel mit erfundenen Zahlen: Zwei Angebote für dieselbe Komplettladung.
| Angebot | Grundfracht | Maut | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Spediteur A, Maut getrennt | 1.128 € | 140 € | 1.268 € |
| Spediteur B, Maut eingerechnet | 1.255 € | inkl. | 1.255 € |
Auf den ersten Blick wirkt A günstiger, weil die Grundfracht niedriger ist. Erst der Gesamtpreis zeigt, dass B 13 € weniger kostet.
Maut mit eFrexx
In eFrexx legen Sie in der Gebotsstruktur fest, ob die Spediteure die Maut getrennt ausweisen oder im Gesamtpreis nennen. Alle Angebote kommen in derselben Form an, und Sie vergleichen immer den vollständigen Preis.
Häufige Fragen
Wer zahlt die Maut, der Spediteur oder der Versender?
Gegenüber dem Staat zahlt der Betreiber des Fahrzeugs, also der Frachtführer. Wirtschaftlich gibt er die Kosten in aller Regel an den Auftraggeber weiter, entweder im Gesamtpreis oder als eigene Position auf der Rechnung.
Warum unterscheidet sich die Maut zwischen zwei Angeboten für dieselbe Strecke?
Weil sie vom eingesetzten Fahrzeug abhängt. Gewicht, Achszahl und Emissionsklasse beeinflussen den Satz. Ein Spediteur mit emissionsärmeren Fahrzeugen kann deshalb weniger Maut ansetzen.
Sollte die Maut in Angeboten getrennt ausgewiesen werden?
Das ist sinnvoll, weil sich Mautsätze per Gesetz ändern können. Eine getrennte Position lässt sich bei einer Änderung gezielt anpassen, ohne die ganze Frachtrate neu zu verhandeln.