Dieselzuschlag: Variabler Aufschlag auf die Grundfracht, der Schwankungen des Dieselpreises über eine vereinbarte Formel an den Versender weitergibt, auch Dieselfloater genannt.
Der Dieselpreis kann sich innerhalb weniger Monate deutlich verändern. Für Spediteure ist das ein Risiko, denn Kraftstoff macht einen großen Teil ihrer Kosten aus. Damit sie bei festen Frachtpreisen nicht auf steigenden Kosten sitzen bleiben, und Versender bei fallenden Preisen nicht zu viel zahlen, wird der Kraftstoff häufig über einen eigenen, beweglichen Zuschlag abgerechnet: den Dieselzuschlag, im Branchenjargon Dieselfloater.
Wie funktioniert ein Dieselfloater?
Grundlage ist ein Basispreis für Diesel, der bei Vertragsschluss festgelegt wird. Liegt der aktuelle Dieselpreis darüber, steigt der Zuschlag, liegt er darunter, sinkt er. Als Referenz dient ein veröffentlichter Durchschnittspreis, damit beide Seiten denselben Wert zugrunde legen. Angepasst wird in festen Abständen, meist monatlich.
Üblich sind zwei Modelle:
| Modell | Funktionsweise | geeignet für |
|---|---|---|
| Prozentuale Tabelle | Je Preisband des Diesels ein fester Prozentsatz auf die Grundfracht | Einfache Abrechnung, viele Sendungen |
| Kostenanteil-Formel | Zuschlag = Grundfracht × Dieselanteil × prozentuale Preisänderung | Genaue Abbildung der Kosten |
Beispiel mit erfundenen Zahlen: Vereinbart sind ein Basispreis von 1,50 € je Liter und ein Dieselanteil von 25 % an der Grundfracht. Im laufenden Monat liegt der Referenzpreis bei 1,62 € je Liter.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Preisänderung | (1,62 € − 1,50 €) ÷ 1,50 € | +8 % |
| Zuschlag in Prozent | 25 % × 8 % | 2 % |
| Zuschlag bei 1.000 € Grundfracht | 1.000 € × 2 % | 20 € |
Fällt der Referenzpreis im Folgemonat auf 1,44 €, ergibt sich −4 % Preisänderung und damit ein Abschlag von 1 %, also 10 € weniger.
Worauf Versender achten sollten
- Referenzpreis eindeutig festlegen. Welche Quelle gilt, und welcher Stichtag oder Zeitraum?
- Formel in beide Richtungen. Der Zuschlag muss sinken, wenn Diesel billiger wird.
- Dieselanteil realistisch wählen. Ein zu hoher Anteil lässt den Zuschlag stärker schwanken als die tatsächlichen Kosten.
- Getrennt ausweisen. Nur wenn der Zuschlag eine eigene Position ist, lassen sich Angebote und Rechnungen sauber prüfen.
Dieselzuschlag mit eFrexx
In eFrexx legen Sie in der Gebotsstruktur fest, ob die Spediteure den Dieselzuschlag getrennt ausweisen oder im Gesamtpreis nennen. Weil alle Bieter dieselbe Struktur ausfüllen, sehen Sie im Vergleich, welcher Anteil eines Angebots auf die Grundfracht und welcher auf den Kraftstoff entfällt.
Häufige Fragen
Warum gibt es überhaupt einen Dieselzuschlag?
Kraftstoff ist einer der größten Kostenblöcke im Straßentransport, und sein Preis schwankt stark. Würde er fest in die Grundfracht eingerechnet, müssten Spediteure einen Risikopuffer einplanen. Der Zuschlag gibt Schwankungen in beide Richtungen fair weiter.
Sinkt der Dieselzuschlag auch, wenn Diesel billiger wird?
Bei einem sauber vereinbarten Floater ja. Prüfen Sie im Vertrag, dass die Formel in beide Richtungen wirkt und nicht nur Erhöhungen vorsieht.
Wie oft wird der Dieselzuschlag angepasst?
Das wird vereinbart, üblich ist monatlich. Kürzere Abstände folgen dem Markt genauer, bedeuten aber mehr Aufwand bei der Rechnungsprüfung.