Spediteur und Frachtführer: Zwei Rollen im Transport: Der Spediteur organisiert die Beförderung für den Versender, der Frachtführer führt sie mit eigenen oder gemieteten Fahrzeugen selbst aus.
Im Alltag heißt jedes Transportunternehmen „Spedition“. Rechtlich und praktisch gibt es aber zwei verschiedene Rollen. Der Spediteur kümmert sich darum, dass die Ware transportiert wird: Er plant, beauftragt und koordiniert. Der Frachtführer fährt: Er übernimmt die Ware und bringt sie mit seinem Fahrzeug ans Ziel. Für Versender ist der Unterschied wichtig, weil er bestimmt, wer wofür verantwortlich ist.
Die beiden Rollen im Vergleich
| Spediteur | Frachtführer | |
|---|---|---|
| Aufgabe | Organisiert die Beförderung | Führt die Beförderung durch |
| Vertrag im deutschen Handelsrecht | Speditionsvertrag | Frachtvertrag |
| Auftraggeber heißt | Versender | Absender |
| Eigene Fahrzeuge | Nicht nötig | Ja, eigene oder gemietete |
| Typische Leistungen | Planung, Auswahl der Frachtführer, Zoll, Lager, Versicherung | Transport von A nach B |
Wann wird der Spediteur zum Frachtführer?
Das deutsche Handelsrecht kennt drei Fälle, in denen der Spediteur für die Beförderung wie ein Frachtführer behandelt wird:
- Selbsteintritt: Der Spediteur fährt mit eigenen Fahrzeugen.
- Fixkostenspedition: Er vereinbart einen festen Preis für die Beförderung.
- Sammelladung: Er bündelt die Sendungen mehrerer Versender.
Weil heute fast immer feste Preise vereinbart werden, ist die Fixkostenspedition der Normalfall. Für Versender heißt das: Ihr Spediteur haftet für die Beförderung meist wie ein Frachtführer, auch wenn ein Subunternehmer fährt.
Beispiel: Ein Versender beauftragt eine Spedition mit einem Transport von Köln nach Mailand zum Festpreis von 1.450 €. Die Spedition hat für diese Strecke keinen eigenen Lkw frei und gibt den Auftrag an ein Transportunternehmen weiter.
| Beteiligter | Rolle |
|---|---|
| Industrieunternehmen in Köln | Versender |
| Spedition, Vertrag zum Festpreis | Spediteur, haftet wie ein Frachtführer |
| Transportunternehmen mit Lkw | Ausführender Frachtführer |
Kommt die Ware beschädigt an, ist die Spedition der erste Ansprechpartner des Versenders, nicht das Transportunternehmen.
Was das für Versender bedeutet
- Wissen, wer fährt. Fragen Sie in Ausschreibungen nach, ob der Bieter selbst fährt oder Subunternehmer einsetzt.
- Haftung klären. Prüfen Sie, welche Bedingungen gelten und ob eine zusätzliche Versicherung sinnvoll ist.
- Qualität bewerten, nicht nur den Preis. Lange Ketten von Subunternehmern erhöhen das Risiko.
Spediteure und eFrexx
Auf eFrexx bieten die Spediteure und Transportunternehmen, die Sie einladen. Ob Sie mit Speditionen, Frachtführern oder beiden arbeiten, bestimmen Sie selbst. eFrexx ist unabhängig: Wir betreiben keine Spedition und fahren keine Transporte.
Häufige Fragen
Kann ein Unternehmen Spediteur und Frachtführer zugleich sein?
Ja, und das ist häufig. Viele Speditionen haben eigene Fahrzeuge und führen einen Teil der Transporte selbst durch. Im Handelsrecht heißt das Selbsteintritt: Der Spediteur hat dann für die Beförderung die Rechte und Pflichten eines Frachtführers.
Wer haftet, wenn die Ware beschädigt wird?
Der Frachtführer haftet für Schäden während der Beförderung, nach deutschem Recht grundsätzlich bis zu 8,33 Sonderziehungsrechten je Kilogramm. Ein Spediteur, der zu festen Kosten befördert oder Sammelladungen bildet, haftet in diesem Umfang wie ein Frachtführer.
Was sind die ADSp?
Die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen sind ein in Deutschland weit verbreitetes Regelwerk, das viele Speditionen ihren Verträgen zugrunde legen. Sie regeln unter anderem Pflichten und Haftung und ergänzen die gesetzlichen Vorschriften.