Frachtkosten berechnen:
Welche Faktoren je nach Transportmittel relevant sind

Bei der Betrachtung der verschiedenen Verkehrsmittel wird schnell klar: Transporte per Lkw, Schiff, Bahn und Flugzeug laufen unterschiedlich ab. Daraus ergibt sich, dass es keine simple Formel geben kann, mit der sich Frachtkosten berechnen lassen.

Immerhin: Transportmittelspezifisch kann man die Faktoren bestimmen und erläutern, die in die Frachtkostenberechnung einfließen. Auch wenn es in der Praxis Ausnahmen geben wird, eignen sich die folgenden Darstellungen als Faustregeln.

Positionen, die für alle Transportmittel gelten

Es gibt Kostenpunkte, die tauchen beim Berechnen von Frachtkosten immer wieder auf, egal, welches Transportmittel genutzt wird:

Frachtrate: Die Frachtrate ist zwar immer ein wesentlicher Kostenfaktor. Sie unterscheidet sich aber je nach Transportmittel und Strecke. Angegeben wird die Frachtrate als Einheitswert und dann mit dem Gewicht oder dem Volumen der Güter multipliziert.

 

Auslieferung/Zustellung: Selten werden Güter vom Start bis zum Endziel in ein und demselben Verkehrsmittel befördert. Von der Bahn, aus dem Flugzeug und vom Schiff aus werden sie meist auf einen Lkw geladen und weitertransportiert. Alternativen sind Kleintransporter oder Drohnen. Auch bei reinen Lkw-Transporten findet oft eine Umladung statt. Die Kosten, die beim Transport zum Zielort entstehen, fließen in die Frachtkostenberechnung ein.

 

Verzollungskosten: Bei internationalen Transporten fallen zusätzlich häufig Verzollungskosten an. Diese umfassen zum einen die Gebühren, die der Zoll erhebt und die von Land zu Land und von Gut zu Gut unterschiedlich sind. Zum anderen vergüten sie den personellen und administrativen Aufwand, den ein Transporteur hat.

Frachtkosten berechnen für Bahntransporte

Um Frachtkosten für Schienentransporte zu berechnen, werden die Frachtrate, die Kosten fürs Bahnterminal, die Auslieferung und gegebenenfalls die Verzollung addiert.

Die Frachtraten legen Speditionen unter Berücksichtigung der Marktlage fest. Regionale und saisonale Zuschläge und Nebenkosten sind darin enthalten. Es gibt Frachtraten für Komplettladungen (FCL, Full Container Load) und für Teilladungen (LCL, Less than Container Load). Bei Komplettladungen bieten die meisten Bahnspeditionen Festbeträge unabhängig von Maßen und Gewicht der Ware an. Bei Teilladungen berechnen sich die Frachtkosten entweder nach Volumen oder Gewicht der Güter oder pro Palette. Zwar sind LCL-Transporte grundsätzlich günstiger, es kann aber passieren, dass aufgrund der Handlingskosten ein LCL-Transport teurer ist, als wenn dieselbe Warenmenge als Komplettladung befördert wird. Wie ökologisch es ist, Frachtraum nicht auszunutzen, ist eine andere Frage.

Das Handling der Güter am Bahnterminal verursacht Bahnterminalkosten: Container werden entladen, Stückgüter umgeschlagen. All das muss geplant werden. Und das kostet natürlich Geld.

Frachtkosten berechnen für Flugzeugtransporte

Der Preis für einen Transport per Flugzeug ergibt sich aus der Frachtrate plus der Kosten für den Flughafen, die Auslieferung und gegebenenfalls die Verzollung. Lediglich für Transporte von Gütern bis zu 100 Kilogramm werden genormte Preise verwendet. In allen anderen Fällen werden die Frachtkosten individuell berechnet.

Die Frachtrate berechnen die Airlines für jede Route täglich pro Kilogramm Luftfracht. Sie ist abhängig von der Streckenlänge, dem Flugaufkommen auf der Strecke und der Auslastung der Flugzeuge. Wichtig ist, dass ein Kilogramm Luftfracht nicht immer gleich ein Kilogramm auf der Waage ist. Luftfrachtpreise werden zum Teil auf Basis des Volumengewichts berechnet: Volumen geteilt durch einen dienstleistungsabhängigen Divisor. Der Divisor liegt in den meisten Fällen bei 5000 oder 6000. Zur Berechnung des Luftfrachtpreises wird das Wiegegewicht mit dem Volumengewicht verglichen und dann der höhere Wert mit der Luftfrachtrate verrechnet. Dies verhindert, dass leichte Güter, die viel Platz im Flugzeug einnehmen, deutlich günstiger transportiert werden als schwere.

Frachtkosten berechnen für Lkw-Transporte

In die Frachtkostenberechnung bei Lkw-Transporten fließen mit Abstand die meisten Faktoren ein: Frachtrate, gegebenenfalls Abholung, gegebenenfalls UmschlagHauptlaufZustellung und Verzollungskosten.

Speditionen legen die Frachtraten pro Route mit Blick auf die Marktlage und Nachfrage fest. In der Regel sind häufig befahrene Routen günstiger als weniger frequentierte. Verlader haben die Wahl zwischen Komplettladungen (FTL, Full Truck Load) und Teilladungen (LTL, Less than Truck Load). In der Regel sind FTL teurer, da nur die Güter eines einzelnen Verladers befördert werden, bieten aber auch mehr Transportkapazität.

Abholungskosten entstehen, weil Lkw-Spediteure die Ware in der Regel bei ihren Kunden abholen und zu einem Sammellager bringen. Die Hin- und Rückfahrten müssen beim Berechnen der Frachtraten berücksichtigt werden, da hier Personal-, Kraftstoff- und gegebenenfalls Mautkosten anfallen. Bei Fullload-Transporten entfällt der Kostenpunkt.

Ein weiterer Punkt, der für Komplettladungen nicht relevant ist, ist der Umschlag. Stückgut muss im Sammellager entladen, sortiert, eventuell zwischengelagert und für den Weitertransport vorbereitet sowie wieder in einen Lkw geladen werden. Hierbei schlagen insbesondere die Personalkosten zubuche.

Den eigentlichen Transport bei Güterverkehren mit dem Lkw nennt man Hauptlauf. Route und Nebenkosten, also beispielsweise Treibstoff, Maut sowie Zuschläge bestimmen den Preis im Wesentlichen.

Frachtkosten berechnen für Schiffstransporte

Die Gesamtkosten für Transporte mit dem Schiff setzen sich zusammen aus der Seefrachtrate, den Hafenkosten, den Kosten für Auslieferung und Drop-Off sowie den Verzollungskosten.

Reedereien legen die Seefrachtraten für jede Route und Containergröße fest. Nebenkosten sind darin enthalten. Meist sind die Raten für einen laufenden Monat gültig und werden immer wieder dem Markt angepasst. Für Komplettladungen (FCL) bieten die meisten Speditionen Festbeträge an, sofern die Güter ein vorgegebenes Maximalgewicht nicht übersteigen. Wer keinen Container voll bekommt, kann auch Teilladungen versenden (LCL). Die Berechnung der Frachtkosten geschieht anteilig über das Volumen oder das Gewicht der Ware. Ob das Maß in Kubikmetern oder das Gewicht in Frachttonnen zugrunde gelegt wird, hängt vom Gut ab. Da zum Beispiel zehn Kubikmeter Stahl mehr wiegen als zehn Kubikmeter Schwämme, muss diese Differenz beim Frachtkosten-Berechnen berücksichtigt werden. Es wird immer der größere Wert verrechnet, um die Frachtkosten zu ermitteln.

Für die Entladung der Container vom Schiff auf das Hafenterminal sowie dem dazugehörigen Umschlag fallen Hafenkosten an. Manchmal werden diese auch als Terminal Handling Charges bezeichnet. In der Regel sind diese Kosten für alle Containergrößen gleich, weshalb große Container im Verhältnis günstiger verschifft werden als kleine.

Nach der Entladung eines Containers muss er der Reederei zurückgegeben werden. Für das Handling im Depot entstehen die Drop-Off-Kosten.

Fazit: Nicht nur die Strecke und die Gütermenge ist entscheidend

Frachtkosten müssen also für jeden Transport individuell ermittelt werden. Dass eine längere Strecke automatisch auch höhere Frachtkosten verursacht als eine kürzere, ist mitnichten der Fall. Ebenso muss ein voller Container nicht zwangsläufig teurer sein als eine Teilladung.

Auch eFrexx kann keinen Einfluss darauf nehmen, wie Frachtkosten berechnet werden. Aber mit unserer Ausschreibungsplattform finden Sie garantiert eine günstige Lösung. Wobei gesagt sein soll, dass nicht immer der günstigste Transport auch der Beste ist.